Technologie_Handlaminieren

Das Handlaminieren ist das einfachste Verarbeitungsverfahren zum Herstellen eines Faser-Kunststoff-Verbundteils. Hierbei ist eine Form aus Holz oder anderen Modellmassen notwendig, die die spätere Bauteiloberfläche bestimmt. Zuerst wird eine Gelcoatschicht auf die Form aufgetragen, um eine gute Oberflächenqualität zu erzielen. Diese gefüllte Reinharzschicht verhindert ein Durchzeichnen der Faserstruktur und kann auch eingefärbt sein, um das anschließende Lackieren einzusparen. Zum Teil wird ein feines Oberflächenvlies in die Gelcoatschicht eingelegt, um das Durchdringen von Fasern an die Oberfläche zu verhindern. Auf diese Gelcoatschicht wird der Matrixwerkstoff, meist ein Polyesterharz mit den Verstärkungsfasern aufgetragen. Zunächst das Harz, dann die Wirrfasermatten, Gelege oder Gewebe. Pinsel oder Laminierrolle dienen dabei zum Einarbeiten. So werden nacheinander mehrere Faserlagen laminiert, bis die gewünschte Wanddicke erreicht ist.

Das Handlaminieren ist zwar sehr lohnintensiv, aber investitionsarm. Es dient zum Herstellen von sehr großen und komplexen Formteilen geringer Stückzahl. Eine vorgegebene Faserorientierung lässt sich jedoch nicht exakt einhalten. Hochleistungsverbundteile sind durch Handlaminieren nicht herzustellen, da der Faseranteil meist kleiner als 45 Vo. 45% ist. Typische Anwendungsbeispiele sind große Bauteile wie Boote, Großbehälter, Prototypen oder die Verbindung und Reparatur von FVK- Teilen. Häufig wird das Handlaminieren im Formenbau angewandt, da auch sehr komplexe Geometrien abformbar sind.

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